Teile und herrsche – Warum wir uns freiwillig spalten lassen

„Divide et impera“ – eine alte Strategie, die bis heute funktioniert. Schon die Römer wussten: Wer die Bevölkerung gegeneinander aufhetzt, kann ungestört herrschen. Kolonialmächte perfektionierten diese Taktik, Faschist*innen nutzten sie gezielt zur Unterdrückung. Heute läuft das perfider: Politiker*innen und Medien schüren bewusst Spaltung, während die größte Bedrohung – die Klimakatastrophe – ignoriert wird.

Die Bundestagswahl zeigt: Statt sich für eine gerechte und lebenswerte Zukunft einzusetzen, wählen viele aus Angst. Angst, dass andere ihnen etwas wegnehmen: Geflüchtete, Klimaaktivist*innen, queere Menschen. Währenddessen zerstören Konzerne unseren Planeten, treiben soziale Ungleichheit voran und profitieren davon, dass wir uns untereinander zerfleischen. Klassismus spielt dabei eine zentrale Rolle – die bewusste Spaltung der Gesellschaft nach ökonomischem Status, um sie beherrschbar zu machen.

Klassismus funktioniert, weil viele glauben, über anderen zu stehen. Der Mittelstand, der „Sozialschmarotzer*innen“ verachtet. Die weißen Bürger*innen, die migrantische Menschen abwerten. Akademiker*innen, die Arbeiter*innen belächeln – und umgekehrt. Diese Spaltung ist kein Zufall, sondern gewollt. Eine Gesellschaft, die sich selbst zerfleischt, fordert keine Gerechtigkeit mehr – sie verteidigt nur noch, dass es anderen schlechter geht.

Dabei ist Solidarität kein Nullsummenspiel. Niemand verliert etwas, wenn alle die gleichen Rechte und Chancen bekommen. Aber genau diese Angst hält uns davon ab, für Menschenrechte und Klimagerechtigkeit einzutreten. Wer glaubt, es gehe ihn oder sie nichts an, wenn Rechte beschnitten werden, wird früher oder später merken: Wenn sie erst fallen, fallen sie für alle.

Es gibt keinen Kompromiss zwischen Demokratie und Menschenfeindlichkeit. Entweder wir verteidigen Menschenrechte für alle – oder wir verlieren sie alle.

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